NAFLD-Fibrose-Score-Rechner

Der NAFLD-Fibrose-Score-Rechner berechnet das Leberfibrose-Risiko bei Fettleber anhand von Alter, BMI, Diabetes, AST/ALT-Quotient, Thrombozyten und Albumin.

878.3K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den NAFLD-Fibrose-Score-Rechner

Der NAFLD-Fibrose-Score-Rechner (NFS-Rechner) dient zur einfachen und nicht-invasiven Risikoeinschätzung einer fortgeschrittenen Leberfibrose bei Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD / MASLD). Für eine präzise Auswertung geben Sie die folgenden klinischen Parameter und Laborwerte ein:

  1. Alter: Tragen Sie das aktuelle Alter des Patienten in vollendeten Lebensjahren ein.
  2. Body-Mass-Index (BMI): Geben Sie den BMI in $\text{kg/m}^2$ an.
  3. Diabetes-Status / IFG: Wählen Sie aus, ob ein manifester Diabetes mellitus oder eine gestörte Nüchternglukose (Impaired Fasting Glucose, IFG $\ge 100\text{ mg/dl}$) vorliegt.
  4. AST (GOT) und ALT (GPT): Tragen Sie die Serumkonzentrationen der Transaminasen ein, um das AST/ALT-Verhältnis (De-Ritis-Quotient) zu ermitteln.
  5. Thrombozytenzahl: Geben Sie die Thrombozyten in $10^9/\text{l}$ ein (z. B. $240$ für $240.000/\mu\text{l}$).
  6. Serum-Albumin: Tragen Sie den Albuminwert in $\text{g/dl}$ ein (bei $\text{g/l}$ teilen Sie den Wert durch 10).

Das Online-Tool wertet Ihre Angaben automatisch aus und ordnet den resultierenden NFS in eine von drei Risikokategorien für fortgeschrittene Leberfibrose ein.

Formel und Methodik im NAFLD-Fibrose-Score-Rechner

Der NAFLD-Fibrose-Score-Rechner nutzt die international validierte Regressionsformel nach Angulo et al.:

$$\text{NFS} = -1{,}675 + (0{,}037 \times \text{Alter}) + (0{,}094 \times \text{BMI}) + (1{,}13 \times \text{IFG/Diabetes}) + (0{,}99 \times \frac{\text{AST}}{\text{ALT}}) - (0{,}013 \times \text{Thrombozyten}) - (0{,}66 \times \text{Albumin})$$

Bedeutung der einzelnen Variablen

  • IFG / Diabetes: Wird mit $1$ (vorhanden) oder $0$ (nicht vorhanden) gewichtet. Insulinresistenz beschleunigt den fibrotischen Leberumbau maßgeblich.
  • AST/ALT-Quotient: Ein ansteigender De-Ritis-Quotient deutet auf zunehmende Leberzellschädigung und fortgeschrittene Fibrosierung hin.
  • Thrombozyten: Sinkende Thrombozytenzahlen sind ein typischer Indikator für eine portale Hypertension bei beginnender Leberzirrhose.
  • Albumin: Ein reduziertes Serum-Albumin spiegelt eine eingeschränkte Syntheseleistung der Leber wider.

Risikoklassen und Interpretation

Die Einteilung der Fibrosewahrscheinlichkeit erfolgt anhand zweier etablierter Cut-off-Werte ($-1{,}455$ und $0{,}676$):

NFS-ErgebnisRisikoklasseWahrscheinlichkeit für Fibrose (F3–F4)Klinische Empfehlung
< -1,455Niedriges RisikoFortgeschrittene Fibrose mit hoher Sicherheit ausgeschlossen (NPV > 90 %)Primärärztliche Verlaufskontrolle alle 2–3 Jahre
-1,455 bis 0,675Indeterminiert / UnklarMittleres Risiko; GraubereichZweitstufen-Diagnostik (z. B. FibroScan / ELF-Test)
> 0,675Hohes RisikoHohe Wahrscheinlichkeit für fortgeschrittene Fibrose (PPV ~80 %)Überweisung zum Hepatologen, ggf. Leberbiopsie

Praxisbeispiel zur Berechnung mit dem NAFLD-Fibrose-Score-Rechner

Ein 54-jähriger Patient mit sonographisch nachgewiesener Fettleber und Typ-2-Diabetes weist folgende Labor- und Untersuchungsbefunde auf:

  • Alter: 54 Jahre
  • BMI: $31{,}2\text{ kg/m}^2$
  • Diabetes mellitus: Ja ($1$)
  • AST (GOT): $48\text{ U/l}$
  • ALT (GPT): $52\text{ U/l}$ $\rightarrow \text{AST/ALT} = 48 / 52 \approx 0{,}923$
  • Thrombozyten: $185 \times 10^9/\text{l}$
  • Serum-Albumin: $4{,}1\text{ g/dl}$

Eingesetzt in den NAFLD-Fibrose-Score-Rechner:

$$\begin{aligned} \text{NFS} &= -1{,}675 + (0{,}037 \times 54) + (0{,}094 \times 31{,}2) + (1{,}13 \times 1) + (0{,}99 \times 0{,}923) - (0{,}013 \times 185) - (0{,}66 \times 4{,}1) \ &= -1{,}675 + 1{,}998 + 2{,}933 + 1{,}130 + 0{,}914 - 2{,}405 - 2{,}706 \ &= 0{,}189 \end{aligned}$$

Ergebnisbewertung: Mit einem Score von $+0{,}189$ liegt der Patient im intermediären Bereich ($-1{,}455$ bis $0{,}675$). Die Auswertung empfiehlt in dieser Konstellation eine weiterführende hepatologische Abklärung mittels transienter Elastographie.

Klinische Relevanz und Einsatzbereiche

Der NAFLD-Fibrose-Score-Rechner unterstützt Ärzte und Patienten bei mehreren Fragestellungen:

  • Früherkennung in der Primärversorgung: Schnelle Identifikation von Risikopatienten ohne aufwändige Spezialdiagnostik.
  • Vermeidung unnötiger Biopsien: Durch den hohen negativen Vorhersagewert können viele Patienten vor invasiven Leberbiopsien bewahrt werden.
  • Monitoring im Verlauf: Verlaufskontrolle unter Lebensstiländerungen, Gewichtsreduktion oder medikamentöser Therapie.

Grenzen und wichtige Anwendungshinweise

  • Altersgrenzen: Bei Patienten unter 35 oder über 65 Jahren kann die Treffsicherheit des Scores sinken; bei älteren Patienten wird teils ein angepasster unterer Grenzwert (z. B. $-0{,}450$) diskutiert.
  • Akute Lebererkrankungen: Bei akuter Hepatitis oder toxischen Leberschäden sind die Transaminasen nicht repräsentativ für den Fibrosegrad.
  • Keine eigenständige Diagnosestellung: Der NAFLD-Fibrose-Score-Rechner dient der Orientierung und ersetzt keinesfalls die klinische Gesamtschau und Beratung durch einen Gastroenterologen oder Hepatologen.

Häufige Fragen zu NAFLD-Fibrose-Score-Rechner

Welche Einheit muss für die Thrombozytenzahl eingegeben werden?

Geben Sie die Thrombozytenzahl in 10^9/l (G/l oder Tsd./µl) ein. Ein Laborwert von 220.000/µl entspricht dem Wert 220.

Was bedeutet ein indeterminierter (unklarer) NAFLD-Fibrose-Score?

Ein indeterminierter Wert (zwischen -1,455 und 0,675) kann eine fortgeschrittene Leberfibrose weder sicher ausschließen noch bestätigen; hier sind weiterführende Untersuchungen wie eine Elastographie (FibroScan) oder Facharztkonsultation ratsam.

Wird eine gestörte Nüchternglukose (IFG) beim Diabetes-Feld berücksichtigt?

Ja, der Parameter umfasst sowohl einen manifesten Diabetes mellitus (Typ 2) als auch eine gestörte Nüchternglukose (IFG ab 100 mg/dl bzw. 5,6 mmol/l).

Was ist der Unterschied zwischen dem NAFLD-Fibrose-Score und dem FIB-4-Index?

Beide Scores schätzen das Fibroserisiko nicht-invasiv ab. Während der FIB-4-Index nur Alter, AST, ALT und Thrombozyten nutzt, bezieht der NAFLD-Fibrose-Score zusätzlich den BMI, Diabetes-Status und Serum-Albumin ein.

Ersetzt der NAFLD-Fibrose-Score eine Leberbiopsie?

Nein. Der Score dient als nicht-invasives Screening-Instrument zur Risikostratifizierung in der Praxis. Bei unklarem oder hohem Risiko entscheidet der behandelnde Arzt über weitere Diagnostik.