Wärmewiderstand-Rechner

Präziser Wärmewiderstand-Rechner: Berechnen Sie thermischen Widerstand Rth, Wärmedurchgangswiderstand und Wärmestrom für Einzelschichten & Bauteile online.

957.7K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-30 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Wärmewiderstand-Rechner

Der Wärmewiderstand-Rechner ist ein unverzichtbares Planungswerkzeug für Bauphysiker, TGA-Ingenieure und Elektronikentwickler. Mit dem Wärmewiderstand-Rechner ermitteln Sie den thermischen Widerstand für homogene Einzelschichten, mehrschichtige Wandaufbauten oder berechnen den resultierenden Wärmestrom bei gegebener Temperaturdifferenz:

  1. Berechnungsmodus wählen — Wählen Sie im Wärmewiderstand-Rechner zwischen der Berechnung einer Einzelschicht, eines mehrschichtigen Schichtaufbaus (z. B. Mauerwerk mit Dämmung) oder der Wärmestrom-Ermittlung aus $\Delta T$ und bekanntem $R$-Wert.
  2. Geometrie und Materialdaten eingeben — Geben Sie im Wärmewiderstand-Rechner für jede Schicht die Schichtdicke $d$ (in Metern), die durchströmte Fläche $A$ (in m²) sowie die spezifische Wärmeleitfähigkeit $\lambda$ (in $\text{W/(m}\cdot\text{K)}$) ein.
  3. Ergebnisse sofort ablesen — Der Wärmewiderstand-Rechner gibt Ihnen den absoluten Wärmewiderstand $R$ in $\text{K/W}$ sowie bei Wärmestrom-Berechnungen die thermische Verlustleistung $\dot{Q}$ in Watt aus.
  4. Schichten flexibel erweitern — Fügen Sie im Wärmewiderstand-Rechner beliebig viele Materiallagen wie Putz, Dämmstoff, Tragmauerwerk und Innenverkleidung hinzu.

Formeln & physikalische Grundlagen

Der Wärmewiderstand-Rechner basiert auf dem Fourier’schen Gesetz der stationären, eindimensionalen Wärmeleitung. Analog zum ohmschen Gesetz der Elektrotechnik ($R = U / I$) gilt in der Thermodynamik:

$$\dot{Q} = \frac{\Delta T}{R_{\text{th}}}$$

Hierbei entspricht die Temperaturdifferenz $\Delta T$ der elektrischen Spannung $U$, der Wärmestrom $\dot{Q}$ der Stromstärke $I$ und der thermische Widerstand $R_{\text{th}}$ dem elektrischen Widerstand $R$.

1. Wärmewiderstand einer Einzelschicht

Für eine ebene, homogene Materialschicht berechnet der Wärmewiderstand-Rechner den absoluten Wärmeleitungswiderstand nach der Formel:

$$R = \frac{d}{\lambda \cdot A}$$

FormelzeichenPhysikalische GrößeSI-Einheit
$d$Schichtdicke des Materials$\text{m}$
$\lambda$ (bzw. $k$)Spezifische Wärmeleitfähigkeit$\text{W/(m}\cdot\text{K)}$
$A$Durchströmte Querschnittsfläche$\text{m}^2$
$R$Absoluter Wärmewiderstand$\text{K/W}$
$\Delta T$Temperaturdifferenz über das Bauteil$\text{K}$ bzw. $^\circ\text{C}$
$\dot{Q}$Stationärer Wärmestrom (Wärmeleistung)$\text{W}$

In der Bauphysik wird häufig der flächenbezogene Wärmedurchlasswiderstand $R = d / \lambda$ in $\text{m}^2\cdot\text{K/W}$ angegeben. Der Wärmewiderstand-Rechner berücksichtigt zusätzlich die Querschnittsfläche $A$, um den absoluten thermischen Widerstand in K/W und den absoluten Wärmestrom in Watt direkt zu ermitteln.

2. Mehrschichtige Bauteile (Reihenschaltung)

Bei Bauteilen aus mehreren hintereinanderliegenden Schichten addieren sich die thermischen Teilwiderstände linear:

$$R_{\text{ges}} = \sum_{i=1}^n R_i = \frac{d_1}{\lambda_1 \cdot A} + \frac{d_2}{\lambda_2 \cdot A} + \dots + \frac{d_n}{\lambda_n \cdot A}$$

Der Wärmewiderstand-Rechner summiert diese Einzelschichten exakt auf und liefert den Gesamtwiderstand des Bauteils.

3. Zusammenhang mit U-Wert und Wärmeübergang

Für eine vollständige bauphysikalische Betrachtung einer Außenwand kommen zu den Wärmedurchlasswiderständen noch die inneren und äußeren Wärmeübergangswiderstände ($R_{si} \approx 0{,}13,\text{m}^2\text{K/W}$ und $R_{se} \approx 0{,}04,\text{m}^2\text{K/W}$) hinzu. Der resultierende Wärmedurchgangskoeffizient ($U$-Wert) berechnet sich aus dem Kehrwert des Gesamtwiderstands:

$$U = \frac{1}{R_{si} + \sum \frac{d_i}{\lambda_i} + R_{se}}$$

Typische Wärmeleitfähigkeiten gängiger Werkstoffe

Für präzise Eingaben in den Wärmewiderstand-Rechner finden Sie hier typische Richtwerte für die Wärmeleitfähigkeit $\lambda$:

Werkstoff / BaustoffWärmeleitfähigkeit $\lambda$ in $\text{W/(m}\cdot\text{K)}$Anwendungsbereich
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)0,022 – 0,028Hochleistungsdämmung
EPS / XPS Hartschaum0,030 – 0,040Fassadendämmung & Sockel
Mineralwolle (Glas-/Steinwolle)0,034 – 0,045Dach- & Zwischenwanddämmung
Holzweichfaserplatte0,040 – 0,050Ökologische Aufdachdämmung
Nadelholz (quer zur Faser)0,12 – 0,14Holzrahmenbau
Gipskartonplatte0,21 – 0,25Trockenbau-Innenbeplankung
Hochlochziegel0,25 – 0,45Mauerwerk
Kalksandstein0,70 – 1,00Tragende Innen- und Außenwände
Normalbeton1,60 – 2,10Stahlbetondecken & Fundamente
Wärmeleitpaste (Elektronik)1,0 – 8,5Thermische Kopplung Kühlkörper
Aluminium200 – 230Kühlkörperprofile
Kupfer380 – 400Heatpipes & Leistungskühlung

Praktische Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Wärmeverlust einer gedämmten Außenwand

Eine Außenwand mit einer Fläche von $A = 20,\text{m}^2$ besteht aus $24,\text{cm}$ Kalksandstein ($\lambda_1 = 0{,}80,\text{W/(m}\cdot\text{K)}$) und $16,\text{cm}$ EPS-Dämmung ($\lambda_2 = 0{,}035,\text{W/(m}\cdot\text{K)}$). Bei einer Temperaturdifferenz von $\Delta T = 30,\text{K}$ ($20,^\circ\text{C}$ innen, $-10,^\circ\text{C}$ außen):

  • Widerstand Kalksandstein: $R_1 = \frac{0{,}24}{0{,}80 \cdot 20} = 0{,}015,\text{K/W}$
  • Widerstand EPS-Dämmung: $R_2 = \frac{0{,}16}{0{,}035 \cdot 20} \approx 0{,}2286,\text{K/W}$
  • Gesamtwiderstand im Wärmewiderstand-Rechner: $R_{\text{ges}} = 0{,}015 + 0{,}2286 = 0{,}2436,\text{K/W}$
  • Resultierender Wärmestrom: $\dot{Q} = \frac{30}{0{,}2436} \approx 123{,}15,\text{W}$

Der Wärmewiderstand-Rechner zeigt unmittelbar, dass die Dämmschicht mehr als 93 % des gesamten Wärmeschutzes gewährleistet.

Beispiel 2: Kühlkörper-Auslegung in der Leistungselektronik

Ein MOSFET erzeugt unter Volllast eine Verlustleistung von $P_V = 25,\text{W}$. Die maximale Sperrschichttemperatur beträgt $T_j = 125,^\circ\text{C}$ bei einer Umgebungstemperatur von $T_a = 40,^\circ\text{C}$. Der innere Wärmewiderstand des Gehäuses liegt bei $R_{th,JC} = 1{,}2,\text{K/W}$, die Wärmeleitfolie bei $R_{th,CH} = 0{,}4,\text{K/W}$.

  • Maximal zulässiger Gesamtwiderstand: $$R_{th,\text{max}} = \frac{T_j - T_a}{P_V} = \frac{125 - 40}{25} = \frac{85}{25} = 3{,}4,\text{K/W}$$
  • Erforderlicher Wärmewiderstand des Kühlkörpers: $$R_{th,HA} = R_{th,\text{max}} - R_{th,JC} - R_{th,CH} = 3{,}4 - 1{,}2 - 0{,}4 = 1{,}8,\text{K/W}$$

Mit dem Wärmewiderstand-Rechner überprüfen Sie sofort, ob das ausgewählte Kühlkörperprofil für die thermische Entwärmung ausreicht.

Typische Anwendungsbereiche

Der flexible Wärmewiderstand-Rechner deckt zahlreiche Disziplinen im Ingenieur- und Bauwesen ab:

  • Gebäudeenergieberatung & Sanierung — Schnelle Dimensionierung von Dämmschichtstärken für Dach, Fassade und Kellerdecke gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG).
  • Elektronikkühlung & Thermomanagement — Berechnung thermischer Widerstandsketten von Halbleiterbauteilen, Heatpipes und Kühlkörpern.
  • Kältetechnik & Kühlraumbau — Dimensionierung hochgedämmter Sandwichpaneele zur Minimierung von Kälteverlusten und Kompressor-Betriebsstunden.
  • Industrieller Rohrleitungsbau — Berechnung optimaler Dämmstärken für Fernwärme- und Dampfleitungen zur Reduzierung von Transmissionswärmeverlusten.
  • Batteriesysteme für E-Mobilität — Auslegung von Kühlplatten und Wärmeleitpads (Gap-Filler) für Lithium-Ionen-Akkupacks.

Nutzen Sie den Wärmewiderstand-Rechner für zuverlässige, transparente und normgerechte wärmetechnische Berechnungen.

Häufige Fragen zu Wärmewiderstand-Rechner

Wie berechnet der Wärmewiderstand-Rechner den thermischen Widerstand?

Der Wärmewiderstand-Rechner ermittelt den thermischen Widerstand einer homogenen Schicht nach der Formel R = d / (λ · A). Für mehrschichtige Bauteile werden die einzelnen Schichtwiderstände aufsummiert (R_ges = R₁ + R₂ + ...). Zudem kann der stationäre Wärmestrom über Q̇ = ΔT / R berechnet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Rth (in K/W) und dem Wärmedurchlasswiderstand R (in m²·K/W)?

In der Elektronik wird der absolute thermische Widerstand Rth in K/W angegeben und beschreibt den Temperaturanstieg pro Watt Verlustleistung. In der Bauphysik bezeichnet R = d / λ den flächenbezogenen Wärmedurchlasswiderstand in m²·K/W. Multipliziert man Rth mit der Fläche A, erhält man den flächenspezifischen Wert.

Wie hängen Wärmewiderstand und U-Wert zusammen?

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K)) ist der Kehrwert des gesamten Wärmedurchgangswiderstands RT. Zu den Schichtwiderständen der Baustoffe (Σ d/λ) müssen zusätzlich die inneren und äußeren Wärmeübergangswiderstände Rsi und Rse addiert werden: U = 1 / (Rsi + Σ(d/λ) + Rse).

Wann sollte der Wärmewiderstand-Rechner für Kühlkörper genutzt werden?

Nutzen Sie den Wärmewiderstand-Rechner zur thermischen Auslegung von Halbleitern (z. B. MOSFETs, IGBTs oder CPUs). Er hilft Ihnen zu ermitteln, welcher maximale Wärmewiderstand für Kühlkörper und Wärmeleitmaterialien zulässig ist, damit die Sperrschichttemperatur (Tj) unter Volllast im sicheren Bereich bleibt.

Welche Annahmen trifft die Berechnung im Wärmewiderstand-Rechner?

Der Rechner geht von einer rein eindimensionalen, stationären Wärmeleitung durch homogene Schichten aus. Thermische Übergangswiderstände an Fügestellen, Konvektion, Strahlungseffekte und zweidimensionale Wärmebrücken werden in der Basiskonfiguration vernachlässigt.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen werden vollständig lokal in Ihrem Webbrowser durchgeführt; es werden keinerlei Daten an externe Server gesendet.