Wechselsprung-Rechner

Mit dem Wechselsprung-Rechner berechnen Sie konjugierte Wassertiefe, Froude-Zahl, Fließgeschwindigkeit und Energieverlust nach der Bélanger-Gleichung online.

919.1K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Wechselsprung-Rechner

Der Wechselsprung-Rechner ermittelt die konjugierten Wassertiefen, Fließgeschwindigkeiten, Froude-Zahlen und den Energieverlust bei einem hydraulischen Sprung in offenen Rechteckgerinnen auf Basis der klassischen Bélanger-Gleichung.

  1. Berechnungsmodus wählen — Wählen Sie im Wechselsprung-Rechner entweder „Wassertiefe + Geschwindigkeit“ (wenn Zuflusstiefe y₁ und Zuflussgeschwindigkeit V₁ bekannt sind) oder „Durchfluss + Gerinnebreite“ (bei bekanntem Durchfluss Q und Gerinnebreite b).
  2. Zuflussparameter eingeben — Geben Sie die Werte für den Zufluss im überkritischen Zustand (Schießen) in SI-Einheiten ein.
  3. Konjugierte Wassertiefe ablesen — Der Wechselsprung-Rechner berechnet sofort die resultierende Nachwassertiefe y₂ sowie die Zufluss-Froude-Zahl Fr₁.
  4. Abflussgeschwindigkeit prüfen — Die Fließgeschwindigkeit V₂ nach dem Sprung wird über die Kontinuitätsgleichung bestimmt.
  5. Wechselsprung-Typ analysieren — Das Tool klassifiziert den Sprung automatisch nach seiner Froude-Zahl.
  6. Energieverlust ermitteln — Entnehmen Sie dem Wechselsprung-Rechner die dissipierte Energiehöhe ΔE für die hydraulische Bemessung.

Formeln & Theorie im Wechselsprung-Rechner

Der Wechselsprung-Rechner basiert auf dem hydrodynamischen Impulssatz für Rechteckgerinne. Bei einem Wechselsprung geht schießender Abfluss (überkritisch, Fr₁ > 1) abrupt in strömenden Abfluss (unterkritisch, Fr₂ < 1) über. Wegen starker Dissipation gilt hier die Impulserhaltung nach Bélanger:

Fr₁   = V₁ / √(g · y₁)
y₂/y₁ = 0,5 · ( √(1 + 8 · Fr₁²) − 1 )
V₂    = V₁ · y₁ / y₂                  (Kontinuität)
ΔE    = (y₂ − y₁)³ / (4 · y₁ · y₂)     (Energieverlust)
h_j   = y₂ − y₁                       (Sprunghöhe)
SymbolBedeutungSI-Einheit
y₁Zuflusstiefe vor dem Wechselsprung (schießend)m
y₂Konjugierte Nachwassertiefe nach dem Sprung (strömend)m
V₁, V₂Mittlere Fließgeschwindigkeit vor und nach dem Sprungm/s
Fr₁Froude-Zahl im Zuflussquerschnitt (dimensionslos)
ΔESpezifischer Energiehöhenverlust (Energiedissipation)m
h_jSprunghöhe des hydraulischen Sprungsm
gErdbeschleunigung (9,81)m/s²

Klassifikation der Wechselsprung-Typen nach Froude-Zahl

Im Wechselsprung-Rechner wird die Strömung anhand der Zufluss-Froude-Zahl Fr₁ in fünf praxisrelevante Kategorien unterteilt:

  • Wellenförmiger Wechselsprung (1,0 < Fr₁ ≤ 1,7) — Gekennzeichnet durch kleine stehende Oberflächenwellen ohne nennenswerte Deckwalze; der Energieverlust liegt unter 5 %.
  • Schwacher Wechselsprung (1,7 < Fr₁ ≤ 2,5) — Ausbildung einer kleinen Walze an der Wasseroberfläche bei gleichmäßiger Geschwindigkeitsverteilung; Energieverlust ca. 15–20 %.
  • Oszillierender Wechselsprung (2,5 < Fr₁ ≤ 4,5) — Instabiler Strahl, der periodisch zwischen Sohle und Oberfläche pulsiert und weitreichende Wellen erzeugt; sollte im Wasserbau vermieden werden.
  • Stabiler / Ausgebildeter Wechselsprung (4,5 < Fr₁ ≤ 9,0) — Sehr stabile Deckwalze mit optimaler Energieumwandlung (45–70 % Verlust); ideal für die Bemessung von Tosbecken.
  • Starker Wechselsprung (Fr₁ > 9,0) — Sehr raue und turbulente Walze mit hohem Lufteintrag und über 70 % Energiedissipation; erfordert robuste Kolkschutzmaßnahmen.

Beispielrechnung mit dem Wechselsprung-Rechner

Ein Schussgerinne weist eine Zuflusstiefe von $y_1 = 0{,}50,\text{m}$ und eine Fließgeschwindigkeit von $V_1 = 6{,}0,\text{m/s}$ auf:

  1. Froude-Zahl ermitteln: $\text{Fr}_1 = 6{,}0 / \sqrt{9{,}81 \cdot 0{,}50} \approx 2{,}71$.
  2. Bélanger-Formel anwenden: $y_2 = 0{,}50 \cdot 0{,}5 \cdot (\sqrt{1 + 8 \cdot 2{,}71^2} - 1) \approx 1{,}69,\text{m}$.
  3. Fließgeschwindigkeit nach dem Sprung: $V_2 = 6{,}0 \cdot (0{,}50 / 1{,}69) \approx 1{,}78,\text{m/s}$.
  4. Energiehöhenverlust: $\Delta E = (1{,}69 - 0{,}50)^3 / (4 \cdot 0{,}50 \cdot 1{,}69) \approx 0{,}50,\text{m}$.

Der Wechselsprung-Rechner liefert diese Kennwerte inklusive Einstufung als oszillierender Wechselsprung in Sekundenbruchteilen.

Anwendungsbereiche für den Wechselsprung-Rechner

Der Wechselsprung-Rechner leistet wertvolle Dienste bei hydraulischen Berechnungen in Ingenieurbüros, Wasserwirtschaftsämtern und Universitäten:

  • Tosbeckenbemessung — Ermittlung der erforderlichen Beckentiefe und Sohllänge unterhalb von Wehren und Talsperrenentlastungen zur sicheren Einhausung der Deckwalze.
  • Energieumwandlung & Kolkschutz — Dimensionierung von Tosbeckenblöcken und Endschwellen zum Schutz der nachfolgenden Gewässersohle vor Auskolkung.
  • Schussrinnen & Absturzbauwerke — Lokalisierung des Wechselsprungs bei wechselnden Hochwasserabflüssen in steilen Gerinnen.
  • Lehre & Wasserbaulabor — Schnelle Verifikation gemessener Wasserspiegellinien und konjugierter Tiefen in hydraulischen Versuchsfließrinnen mit dem Wechselsprung-Rechner.

Häufige Fragen zu Wechselsprung-Rechner

Was ist ein Wechselsprung in der Gerinnehydraulik?

Ein Wechselsprung (auch hydraulischer Sprung oder Wassersprung) ist ein abrupter Übergang von schießendem (überkritischem) zu strömendem (unterkritischem) Abfluss in einem offenen Gerinne, bei dem durch starke Turbulenzen kinetische Energie dissipiert wird.

Welche Formel nutzt der Wechselsprung-Rechner zur Berechnung?

Der Wechselsprung-Rechner verwendet die klassische Bélanger-Gleichung für rechteckige Gerinquerschnitte: y₂/y₁ = ½ · (√(1 + 8·Fr₁²) − 1), basierend auf dem hydrodynamischen Impulssatz.

Wie werden die Wechselsprung-Typen anhand der Froude-Zahl klassifiziert?

Anhand der Zufluss-Froude-Zahl Fr₁ unterscheidet man: wellenförmig (Fr₁ 1,0–1,7), schwach (1,7–2,5), oszillierend/pulsierend (2,5–4,5), stabil/ausgebildet (4,5–9,0) und stark/rauh (> 9,0).

Gilt die Bélanger-Gleichung auch für Trapezprofile oder unregelmäßige Querschnitte?

Die klassische Bélanger-Gleichung gilt streng für Rechteckgerinne. Für Trapez-, Dreiecks- oder Kreisprofile muss der Impulssatz mit dem jeweiligen Flächen- und Schwerpunktsverlauf numerisch gelöst werden.

Warum ist der Wechselsprung für die Bemessung von Tosbecken so wichtig?

Im Tosbecken wird der Wechselsprung gezielt erzeugt, um die hohe kinetische Energie von Schussrinnen und Wehren in Wärme und Verwirbelung umzuwandeln und so Sohlauskolkungen im Unterwasser zu verhindern.

Werden meine Eingabedaten im Wechselsprung-Rechner gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen erfolgen vollständig clientseitig im Browser. Es werden keinerlei Mess- oder Projektdaten an Server übertragen.